Weltmeisterschaft in Kairo 2022

Unsere „Gold-Jolyn“ ist wieder da

Jolyn mit den drei Medaillen von der Weltmeisterschaft

Ein weiterer Höhepunkt in der Erfolgsgeschichte Jolyn Beer’s war die Weltmeisterschaft in Kairo. Obwohl der Stand noch nicht komplett fertig ist und seine Tücken aufweist, scheint diese Anlage nach Jolyn‘s Geschmack zu sein. Im Februar dieses Jahres ist sie schon einmal mit ihrem Mixed-Partner Maximilian Dallinger mit Edelmetall (Silber) von dort heimgekehrt. Bei der jetzt ausgetragenen Weltmeisterschaft hatte man sich mehr ausgerechnet, darunter auch einen Quotenplatz für die Olympiade in Paris 2024.

Das Quotenplatzvorhaben stand nun schon von Beginn an auf der Kippe, da sich Jolyn einen Infekt während der Anreise eingehandelt hatte und das Bett hüten musste. Eine Teilnahme an den Luftgewehr-Wettkämpfen war somit ausgeschlossen. Nach eigener Aussage wollte Jolyn die Chancen des Teams nicht gefährden und sich auf die KK-Wettkämpfe konzentrieren. Ein Plan der sich bestätigte.

In Ihrem ersten Einsatz beim KK-Liegendschießen bestätigte – die wieder genesene – Jolyn Beer ihren Leistungsstand in beeindruckender Weise. Mit dem ersten Gold für die Sportschützen des DSB beendete sie ihren ersten Wettkampf. Von Anfang an schoss sie starke Serien und hatte bis zur letzten Serie einen komfortablen Vorsprung, so dass diese etwas schwächere Serie nicht ihren Sieg gefährdete.

Jolyn‘s mehrfacher Partner im Mixed, Maximilian Dallinger, mit dem sie im Frühjahr schon erfolgreich gewesen war, stand erneut an Ihrer Seite. Nach einem spannenden Vorkampf entschieden die letzten Schüsse über den erfolgreichen Einzug der beiden in das Bronzematch. Eine Medaille war somit in Reichweite. Ein erneut spannender Wettstreit konnte am Ende dann doch mit Vorsprung zu Gunsten des deutschen Teams entschieden werden und Jolyn errang eine weitere Medaille (Bronze). Der Kommentar von Maximilian Dallinger: “Man konnte nur kurz zielen wegen der einsetzenden Dunkelheit, es war ein einziger dunkler Matsch“. Jolyn hatte hier den Schlusspunkt mit 10,7 und 10,8 gesetzt, besser geht es kaum.

Jolyns Triumpf, Einzelgold im Liegendschießen     Das bewährte Team, Jolyn Beer und Maximilian Dallinger                                                            

Weiter ging es im strammen WM-Programm. Nun stand „Jolyn‘s“ Disziplin, der KK-Dreistellungskampf, auf dem Programm. Hier musste Jolyn den dortigen Bedingungen Tribut zollen. Der Wind beendete ihre Hoffnung auf den finalen Einzug. Der letzte Schuss war leider eine 9. Mit einem Ring Unterschied zum angestrebten achten Platz belegte Jolyn den für sich enttäuschenden 13ten Platz. Ihr Kommentar:“ Ich glaube, dümmer kann es für uns nicht laufen, es ist Wahnsinn, aber was willst du da machen?“.

Nach dieser Enttäuschung trat Jolyn zum Teamwettbewerb in dieser Disziplin mit Wut im Bauch und der Aussage „Ich persönlich habe jetzt richtig Bock auf den Teamwettkampf“ an. Mit dieser Einstellung und dem Ziel „Weltmeister“  begann das erst kürzlich mit dem EM-Titel dekorierte Team den Wettkampf. Das hoch gesteckte Ziel konnte in beindruckender Weise bestätigt werden. Neuer Weltmeister: Das deutsche Team mit Jolyn Beer, Anna Janssen und Lisa Müller.

Zurzeit in Europa und der Welt das Maß aller Dinge, das Team des DSB.

                                                         Lisa Müller; Anna Janssen; Jolyn Beer                                                         

Eine letzte Chance für weiteres Edelmetall gab es noch im KK-Mixed, auch hier war ihr Partner Maximilian Dallinger. Wie bei Jolyn‘s Einzelwettbewerb war es hier am Ende wieder der eine Ring, welcher über den Einzug ins Finale entschied. Mit Platz neun war damit die Weltmeisterschaft in Kairo für Jolyn beendet.

Mit ihren 3 Medaillen zählt Jolyn zu den erfolgreichsten Schützen des Deutschen Teams. Mit Ihren Worten: „Meine Erfolge beruhen auch darauf, dass sich das Team untereinander gut versteht.“

Die zwei Wochen Kairo können auf keinen Fall als „Urlaub“ bezeichnet werden. Die Vielzahl von Wettkämpfen, Qualifikationen, Finalen und dem Training bedeuten, dass ungefähr 1000 Schuss abzugeben waren. Bei einen Gewicht zwischen 5,5 kg und 8 kg des jeweiligen Sportgerätes muss da schon eine gewisse körperliche Leistungskraft vorausgesetzt  werden. Vom frühen Aufstehen und den langen Abenden (je nach Wettkampfzeit oder angesetzten Siegerehrungen) mal ganz abgesehen. All diese Mühen sind jedoch vergessen, wenn man den entsprechenden Lohn „die Medaille“ umgehängt bekommt.

Aus Sicht Jolyn Beer‘s war es eine gelungene und erfolgreiche Meisterschaft. Ihre Hoffnung für die Zukunft besteht darin, dass wenn die Anlage komplett fertig gestellt ist, ihr der Wind nicht mehr dazwischen funken wird.

Unterstützung und zusätzliche Motivation kamen auch aus der Heimat. Familie und Freunde nutzten die Möglichkeit per WhatsApp Gratulationen und Glückwünsche zu übermitteln.

 

Empfang der Doppelweltmeisterin Jolyn Beer in Hannover. Mit dabei, natürlich die Eltern (links), der erste Vorsitzende (Ralf Jahns Mitte) mit Frau (Petra Jahns rechts) und der stellvertretenden Damenleiterin (Marion Böhm 2te v. rechts).

Als Resümee könnte man feststellen:

Schade wegen des verpassten Quotenplatzes. 

Und – was leider im Sport üblich geworden ist – es zählen nur Medaillen. Kaum einer hat Worte über den 13ten und 9ten Platz verloren, obwohl hier nur ein Ring den Unterschied machte. Bei einen Ring im KK-Schießen können 0,8mm entscheiden, der Unterschied zwischen einer 9,9 und einer 10,0.

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